Italien hat umfangreiches Arbeitsrecht sowie strenge Tarifverträge (CBAs). Beides kann die Einstellung von Mitarbeitern und die Sicherstellung der Einhaltung der Vorschriften erschweren. Unternehmen müssen jeden Aspekt des italienischen Arbeitsrechts verstehen, um Bußgelder oder andere Strafen zu vermeiden.
Recruiting in Italien
Bevor Sie mit der Personalsuche in Italien beginnen, müssen Sie sicherstellen, dass Sie die richtigen Kanäle nutzen, um die besten Kandidaten für die Stelle zu erreichen. Zu den gängigen Rekrutierungskanälen in Italien gehören:
- Persönliche Empfehlungen: Viele Arbeitnehmer in Italien sind bei der Jobsuche auf ihre persönlichen Netzwerke angewiesen. Wenn Ihr Unternehmen noch keine etablierte Präsenz auf dem lokalen Markt hat, könnte es für Sie von Vorteil sein, mit einem globalen Wachstumspartner zusammenzuarbeiten, der bereits über eine solche Präsenz verfügt.
- Social Media-Plattformen: In Italien nutzen Arbeitgeber zunehmend Social Media, um Talente zu finden und mit potenziellen Mitarbeitern in Kontakt zu treten. LinkedIn und Facebook werden häufig genutzt.
- Jobbörsen: Online-Jobbörsen eignen sich hervorragend, um Ihre offenen Stellen zu veröffentlichen.
Zeitungen werden in Italien nicht so häufig gelesen, daher sollten Sie Ihre Werbestrategie für Printmedien wahrscheinlich überdenken.
Gesetze gegen Diskriminierung in Italien
Neben dem Verständnis der italienischen Geschäftsetikette und -traditionen müssen Sie sich auch mit den Gesetzen gegen Diskriminierung vertraut machen, bevor Sie neue Talente für Ihr international Team rekrutieren. Die italienische Verfassung garantiert allen Bürgern Gleichheit ungeachtet von Sprache, Religion, Rasse, ethnischer Herkunft, Geschlecht, politischen Meinungen, persönlichen und sozialen Verhältnissen, Gewerkschaftszugehörigkeit, persönlichen Überzeugungen, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung, Familienstand, Schwangerschaft, Mutterschaft oder Vaterschaft sowie dem Status als Teilzeitbeschäftigter.
Das italienische Recht verbietet sowohl direkte als auch indirekte Diskriminierung bei der Einstellung, Beförderung und Entlassung von Mitarbeitern. Um Probleme mit der Einhaltung der Vorschriften während des Einstellungsprozesses zu vermeiden, sollten Sie sich an die folgenden Richtlinien halten:
- Vermeiden Sie es, während Vorstellungsgesprächen und in allen anderen Phasen des Einstellungsverfahrens Fragen zu geschützten Kategorien zu stellen – beispielsweise zu Schwangerschaft oder Familienstand.
- Verwenden Sie in Stellenausschreibungen keine Formulierungen wie „frischgebackener Hochschulabsolvent“ oder „sehr erfahren“, es sei denn, es handelt sich um konkrete Anforderungen für die jeweilige Position.
- Machen Sie die gewerkschaftliche Tätigkeit eines Bewerbers nicht zu einem entscheidenden Faktor im Einstellungsprozess.
- Fragen Sie nur nach Informationen, die für die Beurteilung relevant sind, ob der Bewerber über die richtigen Fähigkeiten und Erfahrungen für die Stelle verfügt.
So stellen Sie Mitarbeiter in Italien ein
Tarifverträge zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden sind in allen Branchen üblich. Nationale Tarifverträge sind nur dann verbindlich, wenn das Unternehmen Mitglied des jeweiligen Arbeitgeberverbandes ist. Ist ein Unternehmen kein Mitglied, muss es die im Tarifvertrag vereinbarten Regeln nicht anwenden. Die Vereinbarung gilt jedoch, wenn im Arbeitsvertrag auf sie Bezug genommen wird oder der Arbeitgeber ihre Bestimmungen übernimmt.
In Italien ist es gesetzlich vorgeschrieben, einen starken Arbeitsvertrag abzuschließen, der die Bedingungen für die Abfindung des Mitarbeiters, die Mitarbeiterebene (Angestellte, mittlere Manager und Führungskräfte), Sozialleistungen, PTO, Kündigungsfrist, Probezeit (sofern vorhanden), Feiertage und bezahlten Urlaub sowie die Kündigungsvoraussetzungen festlegt. Ein Arbeitsvertrag in Italien sollte die Vergütung und etwaige Abfindungsbeträge immer in Brutto-Euro und nicht in einer anderen Währung ausweisen. Viele Bestimmungen eines Arbeitsvertrags werden durch den jeweils anwendbaren Tarifvertrag vorgegeben.
Italienische Arbeitsgesetze
Sowohl Arbeitgeber als auch Mitarbeiter müssen bestimmte Schritte befolgen, um die Vorschriften einzuhalten. Zum Beispiel müssen Mitarbeiter dem Arbeitgeber vor ihrem ersten Arbeitstag bestimmte personenbezogene Daten mitteilen. Außerdem müssen die Arbeitgeber die Bedingungen des Arbeitsvertrags vor dem ersten Arbeitstag des Mitarbeiters an das Versicherungsinstitut, die Arbeitsagentur und die Sozialversicherung melden. Wenn Sie diese Informationen nicht fristgerecht übermitteln, kann dies zu hohen Geldstrafen führen.
Onboarding in Italien
Wenn Sie noch keine Erfahrung mit Geschäftsaktivitäten in Italien haben, ist es unerlässlich, die Kultur und die Gepflogenheiten am Arbeitsplatz des Landes zu verstehen. Es ist eine gute Idee, jemanden zu kontaktieren, der sich sowohl mit Italien als auch mit den subtileren Aspekten der Kultur des Landes gut auskennt.
Berücksichtigen Sie während der Einarbeitungsphase folgende zusätzliche Aufgaben:
- Treffen Sie sich vor dem ersten Arbeitstag mit dem Mitarbeiter und besprechen Sie den Arbeitsvertrag.
- Prüfen Sie alle weiteren relevanten Unternehmensdokumente, wie beispielsweise einen Verhaltenskodex.
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