Wenn Sie Ihr Unternehmen in neue, ungesättigte Märkte ausdehnen möchten, ist der Aufbau einer globalen Belegschaft Ihr erster Schritt.
Als Arbeitgeber sind Sie dafür verantwortlich, die Geschäfts- und Arbeitsgesetze in jedem Land, in dem Sie tätig sind, einzuhalten. Rechtliche Fehler bei der Einstellung von Mitarbeitern, der Lohn- und Gehaltsabrechnung und der Beendigung von Arbeitsverträgen können schwerwiegende Folgen für Ihr gesamtes Unternehmen haben. In manchen Ländern kann Ihre Haftung sogar Ihre Gewerbeerlaubnis gefährden.
Wenn Sie einen Bewerber einstellen und ihn zur Arbeit in ein anderes Land schicken, muss Ihr Unternehmen sicherstellen, dass jeder Mitarbeiter über ein gültiges Arbeitsvisum verfügt. In Bolivien ist ein Arbeitsvertrag nur dann gültig, wenn der Bewerber die Erlaubnis der Regierung zur Arbeitsaufnahme besitzt.
Arten von Arbeitsvisa in Bolivien
Während Investoren und Führungskräfte befristete Visa und Geschäftsvisa nutzen können, müssen Mitarbeiter, die im Land arbeiten möchten, ein Aufenthalts- und Arbeitsvisum beantragen.
Arbeitnehmer, die nur kurzzeitig in Bolivien arbeiten, können ein befristetes Aufenthalts- oder Arbeitsvisum beantragen, das für 30 bis 180 Tage gültig ist. Für längere Aufenthalte ist ein befristetes Aufenthaltsvisum erforderlich, das ein bis drei Jahre gültig ist. Nach dreijährigem Aufenthalt im Land können Arbeitnehmer eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung beantragen.
Die Kosten für jedes Visum steigen mit der Dauer des Aufenthalts des Mitarbeiters.
Voraussetzungen für den Erhalt eines Arbeitsvisums für Bolivien
Um eine befristete Aufenthaltsgenehmigung oder ein Arbeitsvisum zu beantragen, müssen die Kandidaten die folgenden Dokumente beim bolivianischen Konsulat in ihrem Heimatland einreichen:
- Ein vollständig ausgefülltes und unterschriebenes Bewerbungsformular
- Ihr Reisepass muss mindestens sechs Monate gültig sein.
- Nachweis einer Gelbfieberimpfung, wenn sich der Arbeitsplatz in einem Risikogebiet befindet
- Dokumente, die ein Arbeitsverhältnis belegen, wie beispielsweise eine Einladung des Unternehmens und andere unterstützende Dokumente.
- Ihr polizeiliches Führungszeugnis, ausgestellt über INTERPOL, sowie Straf- und Polizeiakten aus ihrem letzten Wohnsitzland
- Ein ärztliches Attest
- Ein Passfoto
- Alle weiteren vom Konsulat angeforderten Unterlagen
Antragsverfahren
Sobald ein Antragsteller die oben genannten Dokumente beim Konsulat eingereicht hat, kann der gesamte Prozess der Erlangung der erforderlichen Visa weitere ein bis fünf Monate dauern. Die Mitarbeiter können ihre Tätigkeit in Bolivien erst aufnehmen, wenn sie das entsprechende Visum besitzen.
Manche Arbeitnehmer entscheiden sich dafür, mit einem befristeten Aufenthaltsvisum einzureisen und ihren Status später über einen Anwalt zu ändern. Hierfür muss der Anwalt mit der Einwanderungsbehörde zusammenarbeiten, um die erforderlichen Dokumente im Namen des Mitarbeiters zu beschaffen.
Weitere wichtige Überlegungen
Die Einwanderungsbehörde kann Mitarbeiter sanktionieren, die ohne Visum arbeiten oder nach Ablauf ihres Visums einer Tätigkeit nachgehen. Wenn Ihr Unternehmen dem Arbeitsministerium nicht rechtzeitig einen Arbeitsvertrag zur Genehmigung vorlegt, können Sanktionen verhängt werden.
Manche international Arbeitnehmer benötigen für bestimmte Tätigkeiten wie die Eröffnung eines Bankkontos einen international Personalausweis. Nur einige Visa erlauben es internationalen Mitarbeitern, diese Dokumente zu erhalten.
Bolivianische Staatsangehörige müssen mindestens 85 Prozent Ihres Personals im Land ausmachen. Wenn mehr als 15 Prozent Ihrer Mitarbeiter aus anderen Ländern stammen, kann das Arbeitsministerium Ihr Unternehmen sanktionieren.
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